Ernst Barlach als Illustrator eigener Texte – Die Druckgrafiken zu den Dramen

Gudula Mayr: Ernst Barlach als Illustrator eigener Texte – Die Druckgrafiken zu den Dramen. Kromsdorf: VDG Weimar, 2006.

ISBN: 3-89739-527-4; 274 pp.; 165 b/w ills.; 56 EUR

Ernst Barlachs illustrative Grafiken zu seinen Dramen stellen die bedeutendste Schnittstelle zwischen der künstlerischen und der literarischen Arbeit des doppelbegabten Künstlers dar. Zwischen 1910 und 1922 entstanden, machen die rund 80 Lithographien und Holzschnitte nahezu ein Drittel seines druckgrafischem Werkes aus. In dieser Arbeit stehen sie erstmals im Mittelpunkt einer ausführlichen Untersuchung.

Die vergleichende Analyse von Text und Bild, insbesondere der Lithographien zum Drama Der arme Vetter (1919) und der Holzschnitte zum Spiel Der Findling (1922), macht deutlich, dass das Experimentieren mit den Möglichkeiten und Spielarten der Text-Bild-Gemeinschaft ein wesentliches Anliegen von Barlach war. Als weiteres, noch umfassenderes Bestreben zeigt sich seine Auseinandersetzung mit der Leistungsfähigkeit von Sprache und bildender Kunst, die auch im Zusammenhang mit seinen religiösen Vorstellungen stehen.

In Barlachs illustrierten Dramen zeichnen sich Texte und Grafiken durch eine weitgehende künstlerische Gleichwertigkeit aus. Sowohl in inhaltlicher wie in formaler Hinsicht entspricht ihre Gemeinschaft den Absichten des Autor-Illustrators. Damit werden die illustrierten Dramen zum Modellfall: Die Untersuchung, die methodisch von der Narratologie und insbesondere von der strukturalistischen Dramentheorie ausgeht, versteht sich auch als beispielhafte vergleichende Strukturanalyse von bildender Kunst und Dichtung.

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Ann. updated 2007-02-12